Mit der Vorstellung der dritten Memory-Broschüre hat der Heimat- und Geschichtsverein Pappenheim und Ortsteile e.V. am Sonntag im Europäischen Haus einmal mehr gezeigt, wie lebendig Heimatgeschichte sein kann. Im Mittelpunkt stand die Pappenheimer Geschichtsreise nach Lützen im September 2025 – und damit ein Projekt, das weit über eine reine Dokumentation hinausgeht.
Vorsitzende Renate Prusakow machte in ihrer Begrüßung deutlich, worum es dem Verein geht. Die Reise nach Lützen sei nicht nur ein Ausflug gewesen, sondern ein bewusstes Erleben von Geschichte vor Ort. Stationen wie das Museum Lützen 1632, Gedenkstätten und gemeinsame Andachten hätten Eindrücke hinterlassen, die nun in der Broschüre zusammengeführt sind. Sie verbinde Menschen, Orte und Erinnerungen und mache sichtbar, was über Jahre gewachsen ist.
Gerade diese Verbindung ist ein wichtiger Bestandteil der Vereinsarbeit. Ausgehend von historischen Ereignissen – insbesondere der Schlacht bei Lützen im Jahr 1632 – ist eine freundschaftliche Beziehung zwischen Pappenheim und Lützen entstanden. Was einst durch Krieg geprägt war, wird heute durch Begegnungen, Austausch und gegenseitige Besuche weiterentwickelt. Die Memory-Broschüre greift diesen Gedanken auf und versteht Erinnerung nicht nur als Rückblick, sondern auch als Auftrag für die Zukunft.
Dass diese Arbeit wahrgenommen und geschätzt wird, zeigte sich auch in den Grußworten. Landrat Manuel Westphal würdigte die kontinuierliche Arbeit des Vereins und betonte, dass hier nicht nur lokale Geschichte bewahrt werde. Vielmehr leiste der Heimat- und Geschichtsverein einen wichtigen Beitrag für die gesamte Region, indem er historische Zusammenhänge aufarbeite und zugänglich mache. Sein Dank galt allen Beteiligten, die mit Engagement und Ausdauer dazu beitragen, Geschichte lebendig zu halten und Orientierung zu geben.
Auch Bürgermeister Florian Gallus stellte heraus, dass Geschichte vor allem durch Menschen und Begegnungen getragen wird. Der Verein schaffe es, diese Begegnungen zu organisieren und mit Inhalt zu füllen. Damit werde Vergangenheit nicht nur bewahrt, sondern immer wieder neu erfahrbar gemacht.
Lützens Bürgermeister Mirko Kother knüpfte daran an und erinnerte an die gemeinsame Geschichte beider Orte, die bis zur Schlacht von 1632 zurückreicht. Heute stehe nicht mehr der Konflikt, sondern die gewachsene Freundschaft im Vordergrund. Der Austausch zwischen den Städten solle weitergeführt und vertieft werden. Die Begegnungen seien Ausdruck einer lebendigen Erinnerungskultur und zugleich ein Zeichen für Frieden und Verständigung.
Mit der neuen Broschüre setzt der Heimat- und Geschichtsverein diese Arbeit konsequent fort. Sie bündelt Vorträge, Eindrücke und Hintergründe der Reise und macht sie für eine breite Öffentlichkeit zugänglich. Erhältlich ist sie über die Tourist-Information in Pappenheim.
So wurde bei der Veranstaltung deutlich, dass der Verein nicht nur Geschichte sammelt, sondern aktiv gestaltet – mit Blick auf die eigene Stadt und darüber hinaus.
Titelfoto: Ines Kother/Lützen