Die Spuren der Pappenheimer in Brandenburg

Eine Reisgruppe aus Pappenheim und Umgebung unter der Leitung der Stadtführerin Renate Prusakow hat sich kürzlich wieder einmal auf die Spuren der Pappenheimer, diesmal in die Stadt Brandenburg begeben. Mit einem interessanten Programm führte die Reise auch nach Potsdam, Werder und Berlin.

  1. Tag Brandenburg

Ihr erstes Ziel war die an der Havel gelegene Stadt Brandenburg, die unter Albrecht dem Bären zur Blüte gelangte. Dieser begann 1165 mit der Errichtung des Domes St. Peter und Paul. In einer Seitenkapelle des Brandenburger Doms befindet sich das Epitaph des Pappenheimers Jungmarschalls „Albert Friedrich“, der als 10-jähriger verstarb.

Bei einer Stadtführung wurde die Aufteilung des mittelalterlichen Stadtkernes erläutert, der sich aus der Dominsel, der Alt- und Neustadt, zusammensetzt. Reste der Stadtmauer mit den auffälligen 4 Stadttortürmen (Steintorturm, Plauer Torturm, Rathenower Torturm, Mühlentorturm), sowie etliche Sakral- und Profanbauten geben der Stadtanlage Brandenburgs einen eigentümlichen Reiz. Der im romantischen Domkaffee servierte typische Havelzander mundete den Reisenden hervorragend.

  1. Tag Potsdam

Residenz Friedrichs des Großen, der sich gern mit Künstler und Gelehrten umgab. Ein Stadtführer, historisch gewandet in einer Kutscheruniform aus der Zeit Friedrich des Großen erzählte mit Stolz gestrählter Brust die Geschichte seiner Stadt. Nach seinen Aufzeichnungen entwickelte sich Potsdam ursprünglich vom Alten Markt aus. Standort des im Zweiten Weltkrieg zerbombten und in der Nachkriegszeit gesprengten Stadtschlosses. Hier soll nun dieses Schloss nach den Originalplänen wieder errichtet werden. Die historischen Grundrisse werden hierbei von den Archäologen zur Zeit dokumentiert.

Mit dem „Edikt von Potsdam“ öffnete 1685 der Große Kurfürst die Mark Brandenburg für Siedler aus ganz Europa. Das Holländische Viertel, die Russische Kolonie „Alexandrowka”, das Böhmische Weberviertel, die Schweizer Kolonistensiedlung „Nattwerder“. Der Besuch der Russischen Kolonie „Alexandrowka“ war für die Besucher ein besonderes Erlebnis, wurden sie doch von den Gastgebern in russischer Tracht, überaus gastfreundlich mit Brot und Salz empfangen. In der orthodoxe Kirche dieser Siedlung hielt man einen Moment inne.

Danach folgte eine Besichtigung von Park Sanssouci, der ein Ensemble von Schlössern und Gartenanlagen bildet, das im 18. Jahrhundert unter Friedrich dem Großen begonnen und im 19. Jahrhundert unter Friedrich Wilhelm IV, erweitert wurde. In seinem Mittelpunkt steht Schloss Sanssouci, die Sommerresidenz Friedrichs des Großen. Eine Tasse Kaffee und den Kuchen aus der königlichen Hofbäckerei genoss man nicht unweit im Krongut Bornstedt

Anschließend hieß es Leinen los! Mit einem Haveldampfer aus der Weißen Flotte, fuhr man ab Potsdam Lange Brücke nach Werder, in die Obstkammer Berlins. Dort besuchte man das 128. Baumblütenfest. Süßer Beerenwein und viele andere Köstlichkeiten wurden feilgeboten. Unvergesslich bleibt den Besuchern der Ausblick von der Bismarckhöhe. Schon Theodor Fontane beschrieb in seinen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ die Schönheit der Havellandschaft.

Bei „Schultzens Siedlerhof“ auf der Elisabethhöhe ließ man bei einem guten

Abendessen mit Schnitzel, Spargel und Kartoffeln den Tag ausklingen.

  1. Tag Berlin

Im Jahre 1647 wurde auf Veranlassung des Kurfürsten Friedrich Wilhelm die „Flaniermeile Berlins“ die 1400 m lange Lindenallee mit je 1000 Nussbäumen und Linden nach holländischem Vorbild angelegt. Der Kurfürstendamm, als Reitweg. Mit etwas Fantasie konnte man in der Vergangenheit schwelgen, zumal der strahlend blaue Himmel durch kein Wölkchen getrübt wurde.

Ein Mitreisender, der lange Jahre seines Lebens in Berlin wohnte, zeigte den Besuchern das alte und neue Berlin. Frühmorgens schipperten sie über den Wannsee nach Kladow. Das Mittagessen in Spandau hatte eine Überraschung bereit. Singend zogen sie von dannen.

Während einer Dampferfahrt auf der Spree genoss man den wunderschönen Blick auf die 1999 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommene Museumsinsel mit ihren fünf historischen Gebäuden, Altes Museum (erbaut 1823-1930), Pergamonmuseum (erbaut 1910-1930), Alte Nationalgalerie (erbaut 1866-1876), Bode-Museum (erbaut 1897-1904), Neues Museum (erbaut 1841-1859), das heutige Regierungsviertel und die grüne Lunge Berlins. Was den weiblichen Besuchern Berlins natürlich gut gefiel, war ein Besuch im KaDeWe (Kaufhaus des Westen). Am Abend wurden von den 9 verschiedenen U-Bahnlinien die Berlin besitzt, einige ausgetestet, auf der Suche nach dem weit bekannten Currywurststand Konnöpke. Udo Lindenberg ließ grüßen „Zug nach Pankow“.

  1. Tag

Am letzten Tag der Reise besuchte man bei einem Streifzug durch die Innenstadt von Berlin das Nikolaiviertel, das Rote Rathaus, und den Gendarmenmarkt. Beim Durchschreiten des Brandenburger Tores waren die Besucher sichtlich gerührt, angesichts der bewegenden Geschichte Berlins in der Vergangenheit. Und noch eine Spur einer Pappenheimerin führt nach Berlin. Die Pappenheimer Dichterin und Malerin Sophie Hoechstetter lebte in den Wintermonaten in ihrer Berliner Wohnung in der Kreuznacherstraße.

Nach dem Mittagessen in einem berühmten Spandauer Brauhaus mit einem typischen Berliner Essen und einer Berliner Weiße ließen sie ihre geschichtliche Spurensuche ausklingen und traten die Heimreise an.

Ein Koffer blieb natürlich in Berlin!

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


eins × fünf =